KRAMPFADERN

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Verödungstherapie

Bei dieser Behandlung werden Krampfadern durch Einspritzen einer bestimmten, venenreizenden Substanz „trockengelegt“. Das eingespritzte Medikament bewirkt quasi eine künstliche Venenentzündung, wodurch die betroffene Krampfader verklebt. Diese verklebte Ader wird allmählich bindegewebig umgewandelt und verschwindet im Laufe der Zeit. Diese Behandlung ist besonders bei kleineren Krampfadern von Bedeutung und effektiv. Die Behandlung wird ambulant durchgeführt und der Patient kann anschließend das behandelte Bein normal belasten. Es wird ein Kompressionsverband bzw. -strumpf nach der Behandlung angelegt und sollte etwa für die Dauer von 10 – 14 Tagen getragen werden (tagsüber).

Die Verödungsbehandlung wird häufig auch nach einer Krampfaderoperation noch durchgeführt, um verbliebene kleinere Venenäste auszuschalten.

Neu und sehr effektiv ist die sogenannte Schaumverödung. Hierbei wird das sonst flüssig in die Vene zu spritzende Medikament zuvor mit einem einfachen Verfahren in Schaum verwandelt. Der Schaum hat den Vorteil, sehr viel länger mit der Venenwand reagieren zu können und damit einen wirkungsvolleren Verödungseffekt zu gewährleisten. Diese Methode hat den Anwendungsbereich der Verödung stark erweitert. Hauptindikationen sind sogenannte Seitenastkrampfadern und Krampfadern, die sich nach Venenoperationen erneut gebildet haben (sog. Rezidive). Die Nachbehandlung unterscheidet sich nicht von der konventionellen Verödung.

Therapie

Kompressionstherapie

Die Basisbehandlung venöser Erkrankungen stellt die Kompressionstherapie mit Kom- pressionsverbänden in der Akutphase und medizinischen Kompressionsstrümpfen in der Dauertherapie dar. Die Kompression übt einen Druck auf das Bein aus, wodurch unter an- derem die venösen Blutgefäße in ihrem Durchmesser eingeengt werden. Dies führt zu einer Beschleunigung des Blutflusses. Gestautes venöses Blut kann wieder besser abtransportiert werden. Die „Motoren“ des venösen Blutrückflusses, nämlich die Sprunggelenkspumpe und die Waden-Muskelpumpe werden in ihrer Arbeit wesentlich unterstützt.

Die Folge:

— Dicke Beine werden wieder dünn
– Schweregefühl und Schmerzen klingen ab
– Die Thrombosegefahr wird erheblich reduziert
– Das Auftreten von Hautveränderungen (offenes Bein) wird verhindert
– Bereits entstandene offene Beine heilen ab

Auch nach einer Verödungstherapie oder einer Krampfaderoperation ist eine begleitende Kompressionstherapie als unterstützende Maßnahme unverzichtbar.

 

Krampfaderoperation

Wenn größere Venenabschnitte von einem Veneklappenschaden betroffen sind, insbesondere wenn in den großen oberflächlichen Venen, den sog. Stammvenen (große und kleine Rosenvene) undichte Venenklappen gefunden werden können, wird man den betroffenen Patienten zu einer Venenoperation raten. Dabei werden an den Verbindungsstellen zum tiefen Venensystem undichte Klappen unterbunden (sog. Crossektomie) und defekte Venenabschnitte entfernt (sog. Venenstripping). Anschließend kann das Blut über die intakten tiefen Venen herzwärts abfließen und kann nicht mehr über undichte Venenabschnitte zum Fuß zurückfließen. Für die Dauer von vier Wochen nach der Operation sollte ein entsprechender Kompressionsstrumpf getragen werden. Das operierte Bein kann bereits am Tag der Operation belastet werden, längere Bettruhe ist nicht erforderlich. Abhängig vom Krampfaderbefund und von evtl. bestehenden Begleiterkrankungen wird die Operation ambulant oder im Rahmen eines kurzen Krankenhausaufenthaltes durchgeführt.

In geeigneten Fällen kann auf ein Venenstripping verzichtet werden und der erkrankte Venenabschnitt kann durch ein sog. endoluminales Therapieverfahren behandelt werden. Hierbei wird über einen in die Vene eingebrachten Katheter die Venenwand erhitzt. Die Vene schrumpft zusammen und verschließt sich ( VNUS CLOSUREFast – Verfahren ). Die vormals undichten Venenklappen können so nicht mehr schädlich wirksam werden, der Effekt ist dem der Stripping- Operation vergleichbar.

Vorteil : Das Verfahren kann grundsätzlich ambulant angewendet werden, es ist in Lokalanästhesie durchführbar. Ein Kompressionsstrumpf muss anschließend für lediglich 4 Tage getragen werden. Das behandelte Bein ist sofort belastbar.

Nachteil: Das Verfahren ist nur in ausgewählten Fällen anwendbar. Die zu behandelnde Vene darf im Durchmesser nicht zu groß sein. Der Verlauf der Vene darf nicht besonders stark geschlängelt sein. Bei weit fortgeschrittenem Krampfaderleiden sind diese Vorraussetzungen häufig nicht gegeben.